Ulf Söderström am Set in Köln (23.2.)
Heute haben wir einen besonderen Gast am Set: Ulf Söderström, der Sohn von Clärenore Stinnes und Carl-Axel Söderström. Er ist mit seiner Frau aus Schweden nach Köln gekommen, um sich die Dreharbeiten anzuschauen. Mit dabei, Freunde aus Koblenz, das Ehepaar Marhoffer, die die Söderströms seit den 60er Jahren kennen. Als wir am Drehort vor der ehemaligen Gerlingzentrale im Kölner Friesenviertel ankommen, sind schon viele Menschen vor Ort. Ein Kamerateam des WDR dreht gerade Aufnahmen vom Set für einen Beitrag im Kulturmagazin west.art.
Die Hauptdarsteller sind noch in der Maske. Aber 15 Komparsen stehen schon drehfertig in voller Montur, ausgestattet mit Hut, Mantel und Fotoapparat, neben dem Eingang und bekommen ihre Instruktionen. Sie sollen Journalisten spielen, die Clärenore Stinnes und Carl-Axel Söderström nach der Rückkehr von ihrer abenteuerlichen Expedition auf der Avus in Berlin begrüßen.
Wir kommen nur langsam voran – immer wieder begrüßen Teammitglieder die Gäste aus Schweden. Es ist das erste Mal, dass Söderströms bei Dreharbeiten zuschauen – und es ist natürlich ein ganz besonderer Film für Ulf Söderström. Ich bin gespannt, wie er auf Sandra Hüller und Bjarne Henriksen reagieren wird. Marhoffers erzählen, wie Clärenore Stinnes damals die Original-Filmrollen, die in einer Jagdhütte in der Eifel lagerten, zu ihnen ins Haus brachte, um sie sicherer lagern zu können. Später kamen die Rollen dann ins Bundesarchiv nach Koblenz.
Und dann plötzlich ist sie da – Sandra Hüller, geschminkt und im Kostüm, mit einer Zigarette in der Hand. Ulf Söderström stutzt und wirkt ein wenig wie erstarrt. Er ist erstaunt über die Ähnlichkeit der beiden Frauen. Auch seine Mutter hat ständig geraucht. Sandra Hüller wirkt ebenfalls irritiert. Ulf Söderström fragt sie, ob sie sich vorstellen könnte, auch solch eine Reise zu unternehmen. Nein, nicht so wie Clärenore, nicht so konsequent, so verbissen, antwortet sie. Aber sie könnte sich vorstellen einen Teil der Welt mit einem Wohnwagen zu entdecken. Dann kommt Bjarne aus der Maske. Äußerlich ist er Carl-Axel Söderström nicht so ähnlich, aber er und Ulf Söderström verstehen sich schnell. Es wird schwedisch gesprochen. Ich verstehe kein Wort, aber es ist klar: Dies ist eine ganz besondere Begegnung. Wir machen noch ein Erinnerungsfoto: Ulf Söderström mit Sandra und Bjarne vor dem Adler.
Dann heißt es: Ruhe für eine Probe. Wir schauen noch eine Weile zu, danach geht es ins Büro. Ich zeige unseren Gästen noch Fotos von den Dreharbeiten in Marokko und einen ersten kleinen Zusammenschnitt einiger Szenen. Die Söderströms sind beeindruckt von der Sorgfalt und dem Aufwand, mit dem die Reise der Eltern in Szene gesetzt wird. Als Ulf Söderström die Rechte an dem alten Filmmaterial, den Fotos und den Tagebüchern an taglicht media übertrug, hatte er eine Bedingung: Aus der Geschichte seiner Eltern sollte auf keinen Fall eine schwülstige Liebesgeschichte gemacht werden – so sei es nämlich nicht gewesen.
Jetzt, nach dem Besuch in Köln und einem ersten Eindruck von den Dreharbeiten, ist er sich sicher, dass sich die Geschichte in guten Händen befindet. Als wir uns voneinander verabschieden, gibt er mir noch Grüße an Sandra Hüller mit auf den Weg: „Bitte sagen Sie meiner ‘Mutter’, sie ist bei uns in Schweden jederzeit Herzlich Willkommen.“
Ich warte täglich auf „Beweisfotos“. Ich hoffe sie kommen bald. Erst einmal viel Spaß beim Lesen.
Kommentar von Nadine Haase — Mi 12.März 2008, 14:43
Ja, her mit einem Foto von dem Sohnemann Söderström. Ist der eigentlich auf der Reise entstanden?
Kommentar von Tomas Antys — Mi 12.März 2008, 16:26
Interesting to follow your work and fun to see my uncle on set.
Looking forward to see the final result!
Catarina Söderström
Grandchild of Clärenore und Carl-Axel
Kommentar von Catarina Söderström — Mo 31.März 2008, 23:51
Realy an impressive movie/documentation, not a silly love story at all. Haven’t heard about this story before, and i am glad that i have seen it through the rain and snow today.
Never give up, realy to outstanding people.
Kommentar von Tom Sauer — Di 13.Oktober 2009, 21:43