Was für ein Mann! Oder eine Liebeserklärung an Carl-Axel Söderström…
Über 1400 Fotos – Massen an digitalen Bildern, die ich eins nach dem anderen so bearbeiten soll, dass Regie, Ausstattung und Schnitt erst einmal mit den Bildern arbeiten können. 1400 JPGs, die benannt werden wollen, und die in einer gewissen Chronologie in einem Fotobuch zusammengefügt werden sollen. Das wird ewig dauern, das wird mühsam. Was für eine Sch…arbeit!
Was für eine dankbare Aufgabe - was für ein Schatz!!! Originalbilder aus einer Zeit, in der meine Großeltern noch im Sandkasten gespielt haben. Und was für Überraschungen: was wird man erkennen (nachdem die meisten Bilder erst einmal aufgehellt werden mussten, damit man überhaupt etwas erkennen konnte)? Wer und was ist in welcher Situation von Carl-Axel Söderström abgelichtet worden? Welchen Ausschnitt hat Söderström gewählt?
Die verschiedensten Kulturen und Landschaften kommen zum Vorschein: Ein Burjäten-Mädchen schenkt ihm direkt in die Kamera ein strahlendes Lächeln. Cläreonore Stinnes und Söderström stehen in einer Gruppe von Indianern. Carl Axel Söderström mit seiner Kamera vor dem Fudschijama. Zwei Chinesen, die hockend jeweils eine längliche Pfeife im Mundwinkel haben. Eine Kurdenfamilie vor ihrer Steinhütte. Der Adler kämpft sich durch den Wüstensand. Und und und… Mein Fernweh wuchs von Bild zu Bild.
Bevor die eigentlichen Dreharbeiten begannen, habe ich die Akteure & ihr Projekt bereits lieb gewonnen. Und vor allem einen: den Mann mit der Kamera – Carl-Axel Söderström. Was für ein attraktiver Mann! Sexy & sinnlich. Und wer neben so einer taffen Frau wie Cläreonore Stinnes bestehen kann, und sich sogar in diese verliebt, der muss einfach ein ganzer Mann sein!
Umso irritierter war ich, als ich ein Foto von Bjarne Henriksen, der den Carl-Axel Söderström im Film darstellen sollte, sah. Bjarne hatte nicht wirklich Ähnlichkeit mit Carl-Axel (Ganz anders als Sandra Hüller, die eine so erstaunliche Ähnlichkeit mit Cläreonore Stinnes hat). Aber dann traf ich ihn: seine auf dem Foto wirkenden weichen (und fülligen) Züge wurden durch seinen Habitus wettgemacht. Es passte. Gutes Casting.
Die Archivfotos begleiteten mich noch eine Weile. So haben wir zu dem „Fräulein Stinnes“- Presse Kick Off u.a. eine Auswahl von Bildern ausgestellt. Es war sehr schön, sie (haptisch) in der Größe 20 x 30 cm zu erleben: der Adler, wie er immer wieder durch Schlamm, Wüstensand oder durch mannshohen Schnee abgeschleppt wurde …
die verschiedenen Portraits der Cläreonore Stinnes – mal sich waschend im Flussbett, mal mit ihren Begleitern im Heu schlafend – und es wird bestimmt noch schöner, sie in unserem Film zu erleben!
Anja, weiß dein Freund eigentlich von deiner großen Liebe?
Kommentar von Nadine Haase — Di 25.März 2008, 13:57
Tolle Archivfotos - kann man die als Normalsterblicher kaufen? Oder ist das alles nur eine private Schwärmerei für Filmemacherinnen?
Kommentar von gerd prokop — Fr 28.März 2008, 7:42
Die Bilder sind nur zu “bestaunen”, ein Erwerb ist leider nicht möglich. Schön, aber dass auch sie begeistert sind…
Kommentar von Nadine Haase — Mo 31.März 2008, 14:35
Schöne Beschreibungen, schöne Bilder, bewegende Geschichte einer Weltumrundung/-erkundung.
Habe mir von Radio und Internet schon etwas Appetit geholt und werde dann bald mal “essen gehen”. ;-)
Kommentar von Erik Hörentrup — Mo 24.August 2009, 12:07