Eine Produktion von taglicht media

Mi 4. Juni 2008

Der Adler unser „dritter Hauptdarsteller”

Die Szenenbildnerin, Anina Diener, bereitet den Adler für den nächsten Dreh vorAls mir im Februar 2007 die Regisseurin, Erica von Moeller, deren Filme „Hannah“ (2006) und „Sainkho“ (2001) ich bereits kannte, von einem Semidokumentarfilmprojekt erzählte, bei dem es um eine Weltumrundung mit einem Auto geht, war ich sofort begeistert (auch wenn ich mir durchaus bewusst war, dass es kein Spielfilm-Budget geben würde).Es sollte ein Dokudrama über die Weltreise von Clärenore Stinnes, der Tochter des Mülheimer Großindustriellen Hugo Stinnes, für Kino und Fernsehen produziert werden. Fräulein Stinnes war schon als kleines Mädchen von Autos und Reisen begeistert; mit 18 Jahren fing sie an Autorennen zu fahren. Sie gewann u.a. den Großen Preis von Moskau, an dem sie als einzige Frau teilnahm.

Originalbild: Adler Standard 6 und der dazugehörige Beiwagen zur Verfügung gestellt von den Adler WerkenUm ihre Unabhängigkeit von ihrem Elternhaus zu demonstrieren und, um der Welt zu beweisen, wie gut deutsche Industriearbeit ist, beschloss sie 1926 die Weltreise zu unternehmen. Sie suchte sich Sponsoren und fand sie unter anderem bei den Adler Werken in Frankfurt am Main. Für ihre Expedition stellte man ihr einen fabrikneuen Adler Standard 6, einen LKW als Beiwagen, Ersatzteile und 2 Mechaniker zur Verfügung.

Noch bevor mit der Regisseurin, Erica von Moeller, die eigentliche Arbeit, nämlich die Vorbereitung auf den Dreh, begann, machte ich mich auf die Suche nach dem dritten „Hauptdarsteller“, dem Adler. Wir brauchten ein Fahrzeug, das vor fast 80 Jahren gebaut wurde und, das im Jahr 2008 zuverlässig all das ausführen sollte, was im Drehbuch stand: fast im Schlamm versinken, durch die Wüste fahren, extreme Abhänge runterrasen, in starkem Regen stehen usw.

Extremsituation: Der Adler hängt im Sumpf fest – Foto: Ali SchmidtFür ein historisches Fahrzeug als Requisit in einem Film gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ganz am Anfang steht die Entscheidung, ob man das Auto leihen oder kaufen soll.Da für uns von Anfang an klar war, dass der Adler sehr strapazierfähig sein sollte, denn wir würden mit ihm nach Marokko reisen und er sollte viele extreme Situationen durchmachen, entschieden wir uns einen Wagen zu kaufen. Danach ergaben sich vier verschiedene Optionen: Fortsetzung unter Hintergrundinfos.

Geschrieben von Anina Diener — Mi 4.Juni 2008, 15:49