Eine Produktion von taglicht media

Interview mit Ulf Söderström

Ulf Söderström zu Besuch am SetUlf Söderström ist eines der drei Kinder von Clärenore Stinnes und Carl-Axel Söderström. Anlässlich eines Setbesuchs bei den Dreharbeiten in Köln sprachen wir mit ihm über seine Eltern und deren wunderschöne wie abenteuerliche Liebesgeschichte.

Für Ulf Söderström sind seine Eltern - wie vermutlich für alle Kinder - zwei ganz normale Personen gewesen. Auf die Frage, was seine früheste Erinnerung an die spektakuläre Weltumrundung seiner Eltern sei, antwortete er, sie stammen vom Ende der 40er Jahre, Söderström 1938 geboren, war damals 7 oder 8 Jahre alt. Er und seine Geschwister hätten immer schon die Kisten mit den Filmkopien gekannt, die bei ihnen zu Hause im Kassenschrank lagen. Irgendwann hätten sie dann die Eltern gefragt, was das für ein Film sei. Darauf hätten ihnen die Mutter von der Reise erzählt und berichtet, dass der Vater den Film gedreht habe. Sein Vater hätte dann in einem Kinolokal eine Filmvorführung arrangiert. Danach habe man aber nicht weiter davon gesprochen.

Er und seine Geschwister seien auf dem Bauernhof auf dem Lande in Schweden aufgewachsen. Ihre Kindheit sei verlaufen wie die vieler anderer schwedischer Kinder in der Nachkriegszeit. Zu den deutschen Verwandten bestand immer Kontakt, etwa einmal im Jahr seien die Eltern zu Besuch gefahren. Seine Großmutter mütterlicherseits (Cläre Wagenknecht, 1872-1973) sei ihm in guter Erinnerung geblieben; sie sei ihm immer ein wenig „streng“, fast „unnahbar“ vorgekommen.

Originalbild: Clärenore Stinnes (in der Mitte) findet sich in der Männerwelt sehr gut zurechtSeine Mutter sei eine „starke, energische“ Frau gewesen. Sie habe immer genau gewusst, was sie wolle. Ihre Weltreise hätte ihr die Möglichkeit geboten, ihre außergewöhnlichen logistischen Fähigkeiten, ihr ungewöhnliches Technikverständnis wie auch ein großes Maß an Mut unter Beweis zu stellen. Irgendwie, denke er heute, dass sie mit der Rennfahrerei protestieren wollte, gegen die „beschränkte Rolle“, die ihr nach dem Tod ihres Vaters durch die Familie zugewiesen worden sei. Die Mittel für die Reise (100.000 Reichsmark) habe sie selber akquiriert, von ihrer Familie wurde sie nicht unterstützt. Es sei Glück gewesen, dass die Adlerwerke ihr das Auto, den Adler, zur Verfügung gestellt hätte.

Erste Anfragen wegen einer Verfilmung ihrer Lebensgeschichte trafen 2003 ein. Seine Mutter, die 1990 gestorben sei, habe diesbezüglich eine ganz klare Verfügung hinterlassen: Wichtig sei, deutlich zu machen, was für eine enorme Leistung, sie, ihr Mann und auch das Auto vollbracht hätten, wie viel Energie, Kraft und Mut sie hätten aufbringen müssen. Es dürfe aber „keine kitschige Liebesgeschichte“ dabei herauskommen.

Erica von Moeller (Regie), Dr. Uli Veith (Produzent), Sandra Hüller, Bjarne Henriksen und Bernd Wilting (Produzent)Befragt danach, wie er gewusst habe, dass taglicht media die richtige Produktionsfirma sei, sagt er: „Die Idee und die Menschen haben mich überzeugt.“ Der Setbesuch und die Begegnung mit Sandra Hüller und Bjarne Henriksen haben ihm bestätigt, dass er richtig gelegen habe. Es sei eindrucksvoll gewesen. Ihm sei es „sehr nahe gegangen“, Sandra Hüller zu begegnen, sie sei seiner Mutter sehr, sehr ähnlich, nicht nur wegen Maske und Kostüm. Nachdem er einige Filmsequenzen gesehen habe, sei er sehr gespannt auf den fertigen Film.